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Die Bahnstrecke Rohrbach (Ilm) - Wolnzach Markt

Die eingleisige nicht elektrifizierte Nebenstrecke zweigt im Bahnhof Rohrbach (Ilm) von der viel befahrenen Hauptstrecke München Hbf - Ingolstadt Hbf ab und führt durch die leichte Hügellandschaft der Hallertau. Kurz nach dem Bahnhof Rohrbach (Ilm) führt die Strecke durch das Rohrbacher Gewerbegebiet und erreicht nach etwa 2,1 bzw. 3,2 km die Ortschaften Burgstall und Gosseltshausen, die bereits zur Marktgemeinde Wolnzach gehören, allerdings sind hier heute keinerlei Bahnsteige mehr vorhanden. Bei Kilometer 5,3 km wird der alte Wolnzacher Bahnhof erreicht, der auch heute noch fast vollständig mit Empfangsgebäude, Güterschuppen samt Rampe und Bahnsteig vorhanden ist und sehr zentral im Ortskern liegt. Für den Güterverkehr ist außerdem ein weiteres kurzes Gleis vorhanden, die restlichen Bahnanlagen wurden leider abgebaut.

Folgt man der Strecke weiter, unterquert man die Autobahn A93 von Regensburg und gelangt nach weiteren etwa 1,5 km zum Firmengelände, der Firma ARS Altmann, deren nicht unbedeutender Güterverkehr maßgeblich für den Erhalt der Strecke ist. Einige Meter weiter verläuft die Strecke bei Jebertshausen an Sportanlagen und dem Wolnzacher Gymnasium vorbei. Bei Kilometer 8,0 war seit 2004 das Streckenende. Seit vermutlich 16. August 2007 befand sich das Streckenende in Form eines Prellbocks etwa 50m weiter westlich vor dem Bahnübergang. Mittlerweile beginnt dort ein Radweg...

Seit etwa 2010 wurde die Strecke nochmals verkürzt, heute befindet sich das Streckenende kurz vor dem Bü Auerbergstraße im Zentrum von Jebertshausen.

Geschichte des Holledauer Bockerls

Hier in der Holledau spricht man auch heute oft noch gerne vom alten „Bockerl“ - so werden schon seit den ersten Betriebsjahren die beiden Nebenbahnen genannt, die in Langenbach (Obb) von der Hauptstrecke München - Landshut und in Rohrbach (Ilm) von der Hauptstrecke München - Ingolstadt abzweigten, sich in Enzelhausen trafen und von da nach Mainburg angebunden haben.

Der 5,3 km lange Streckenabschnitt zwischen Wolnzach Bahnhof (heute: Rohrbach) und Wolnzach Markt ging bereits am 06. Dezember 1894 nach nur etwas mehr als einem Jahr Bauzeit als erstes Teilstück der Nebenstrecke Wolnzach Bahnhof - Mainburg in Betrieb. Die ganze Strecke wurde ein Jahr später am 16. Dezember 1895 feierlich eröffnet. Somit war Mainburg - das „Herz der Holledau“ an das deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Fahrgast- und Frachtzahlen waren gut und übertrafen in den folgenden Jahren auch alle Erwartungen.




Doch durch die zunehmende Motorisierung der Bevölkerung nach dem zweiten Weltkrieg und vor allem ein nicht angepaßter Fahrplan sowie Parallelverkehr mit Bussen sorgte in den 1960er Jahren wie auf vielen Nebenbahnen in der Bundesrepublik für sinkende Fahrgastzahlen und somit schließlich für den schleichenden Niedergang der Strecke.

Zum Sommerfahrplan ab 01. Juni 1969 stellte die damalige Deutsche Bundesbahn den Personennahverkehr auf der Bahnstrecke Mainburg - Wolnzach Bahnhof (heute: Rohrbach) komplett ein, den Verkehr übernahmen Bahnbusse. Im Güterverkehr wurde die Strecke auch in den folgenden Jahren noch weiterhin rege genutzt, dennoch waren auch die Zahlen auch im Güterverkehr rückläufig. Im Jahre 1996 wurde die Wolnzacher Strecke ab Kilometer 8,0 dann entgültig stillgelegt und Ende 2004 dann auch abgebaut. Lediglich das Reststück ab Rohrbach (Ilm) bis kurz hinter die Anschlussstelle der Firma ARS Altmann in Wolnzach ist heute für den Güterverkehr noch regelmäßig in Betrieb, seit Anfang 2008 teilweise auch wieder mehrmals täglich!



Zum Weiterlesen: Eine wunderbar recherchierte Internetseite von Alois Graßl mit einer ausführlichen Chronik, vielen Bildern, Fakten & Anekdoten rund um das Holledauer Bockerl, andere Sonderfahrten zwischen Freising, Langenbach und Haag an der Amper, sowie dem Modellbahnteil der IHMB:

www.bockerl.de